Es war so still zwischen Hochwald und T.,
an der Ausfahrt Nord zur Letzten Chaussee,
wo die Fahrbahn ins Graue verlief.
Der Herr spricht: Steh. Und so geschieht's
und das zuckende Herz des Gewerbegebiets
- es schlug nicht mehr. Es schlief.
Es war einmal ein Reich. Zerfallen.
Durch zerstoßenes Glas brach Wind in die Hallen
und peitschte an das Tor.
Die Schürzen blähten sich wie Laken.
Knochenmehl stob auf. Die Haken
klirrten bös im Chor.
Bis alles stand. Der große Trog
aus Zink zersprang und Moos bezog
die Ritzen im Beton -
die Fleischbank, Kessel, Kühlsysteme.
Man sagte, es gebe Hygieneprobleme
im Großen Schlachthof Wong.
Das war der Hof. Es gibt ihn noch,
die Hallen liegen finster, doch
Herr Wong, in einer Ecke, leise
malt mit der Fingerspitze Kreise
in Schichten aus Staub und Knochenmehl.
Sein Flüstern: Bitte und Befehl
ein Hauch in die Nacht, halb Demut, halb Trotz
die Anrufung eines Gotts.
Sind es Monate, Jahre, die Wong auf den Knien
mit Warten verbringt, mit Linien-Ziehen,
bis ein Knacken im Ofen verspricht: ICH BIN HIER
Wongs Gott ist ein Rauch, eine Schlange, ein Tier,
das dehnt sich entfesselt, bläst Glut in die Kessel,
entzündet den Staub wie Papier.
Und die Lampen flackern. Das Tor fliegt auf,
und herein kommen Reihen von Arbeitern, schreien:
"Herr Wong, wir sind da. Lass uns dienen", worauf
große Wagen anrollen. Mehr Licht! Das Gelände
erdröhnt von Motoren, die fleißigen Hände
laden ab und auf.
Hört ihr das Herz zwischen Hochwald und T.,
den Männergesang auf der Letzten Chaussee,
die Werkssirene, den Gong?
Wie alles summt. Die Kessel beben -
und überhaupt ist wieder Leben
im Großen Schlachthof Wong.